Kooperatives Lernen

Im Rahmen des kompetenzorientierten Unterrichts setzen wir die Methodik des kooperativen Lernens gezielt ein. Die Schüler:innen arbeiten dabei gemeinsam, lernen voneinander und unterstützen sich gegenseitig. So werden fachliche, soziale und personale Kompetenzen gleichermassen gefördert.

Durch Partner- und Gruppenarbeiten übernehmen die Kinder Verantwortung, bringen ihre individuellen Stärken ein und entwickeln wichtige Fähigkeiten wie Kommunikation, Rücksichtnahme und Teamarbeit weiter.

Nachfolgend finden Sie weitere Informationen.
Gemeinsam denken, austauschen und wachsen
Beim kooperativen Lernen arbeiten die Kinder gemeinsam an Aufgaben und lernen voneinander. Dabei folgen sie einem einfachen Ablauf:
  • Denken: Jedes Kind setzt sich zunächst selbstständig mit einer Aufgabe auseinander und sammelt eigene Ideen.
  • Austausch: Anschliessend werden die Gedanken in Partner- oder Gruppenarbeiten besprochen, verglichen und weiterentwickelt.
  • Vorstellen: Die Ergebnisse werden danach der Klasse oder einer Gruppe präsentiert – mündlich, schriftlich oder in einer anderen geeigneten Form.
Kooperatives Lernen verbindet selbstständiges Arbeiten mit gemeinsamem Lernen. Die Kinder übernehmen Verantwortung für ihren Lernprozess, tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig. So erwerben sie nicht nur fachliches Wissen, sondern stärken auch wichtige soziale und persönliche Kompetenzen.

Zu den bekannten Methoden des kooperativen Lernens gehören beispielsweise das Partner- und Gruppenpuzzle, das Lerntempoduett, die Gruppenrally, das Gruppenturnier, das Drei-Schritt-Interview oder die strukturierte Kontroverse.
Stärkung vielfältiger Kompetenzen
Kooperatives Lernen unterstützt die Kinder dabei, wichtige Fähigkeiten für Schule, Beruf und Alltag zu entwickeln. Dabei werden verschiedene Kompetenzen gefördert:
  • Soziale Kompetenzen: respektvoll zusammenarbeiten, Verantwortung übernehmen und Konflikte konstruktiv lösen.
  • Kommunikative Kompetenzen: Gedanken verständlich ausdrücken, aktiv zuhören sowie argumentieren und diskutieren.
  • Personale Kompetenzen: Durchhaltevermögen entwickeln, mit Herausforderungen umgehen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen.
  • Methodische Kompetenzen: Lernprozesse planen, Aufgaben strukturieren und gemeinsam Lösungswege entwickeln.
  • Selbstreflexive Kompetenzen: Das eigene Lernen bewusst planen, überprüfen und weiterentwickeln.
Durch den Wechsel von individuellem Denken, gemeinsamem Austausch und gegenseitigem Feedback entsteht ein vertieftes Verständnis. Die Kinder setzen sich aktiv mit Lerninhalten auseinander, erklären ihre Gedanken und lernen voneinander. So wird Wissen nachhaltig aufgebaut und langfristig verfügbar.
Kompetenzen für die Zukunft
Die Welt verändert sich schnell. Umso wichtiger ist es, dass Kinder lernen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und sich neues Wissen selbstständig anzueignen. Kooperatives Lernen bereitet die Schüler:innen auf die Anforderungen von Schule, Beruf und Gesellschaft vor. Viele Herausforderungen lassen sich heute nur im Team bewältigen. Kinder lernen deshalb, gemeinsam Ziele zu verfolgen, Wissen auszutauschen, Aufgaben zu übernehmen und Ergebnisse kritisch zu prüfen.

Gleichzeitig fördert kooperatives Lernen die Fähigkeit, sich auf Neues einzulassen. Die Schüler:innen lernen, Fragen zu stellen, Rückmeldungen zu nutzen und ihren eigenen Lernprozess bewusst zu gestalten. Auch für das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft sind diese Fähigkeiten wichtig. Im gemeinsamen Lernen üben die Kinder, anderen zuzuhören, unterschiedliche Meinungen zu respektieren, Argumente auszutauschen und eigene Standpunkte zu überdenken.

Künstliche Intelligenz kann Informationen bereitstellen und bei der Bearbeitung von Aufgaben unterstützen. Verstehen, beurteilen und anwenden müssen die Schüler:innen jedoch selbst. Kooperatives Lernen unterstützt sie dabei, einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Technologien zu entwickeln. Die Schüler:innen lernen,
  • Informationen kritisch zu hinterfragen und deren Qualität zu beurteilen,
  • präzise Fragen zu formulieren und Probleme strukturiert anzugehen,
  • eigene Gedanken und Lösungswege verständlich zu erklären,
  • Verantwortung für ihre Beiträge zu übernehmen und transparent zusammenzuarbeiten.
So erwerben sie Kompetenzen, die ihnen helfen, digitale Hilfsmittel sinnvoll zu nutzen und sich in einer zunehmend vernetzten Welt sicher zu bewegen.
Mehr als Gruppenarbeit
Kooperatives Lernen geht weit über das gemeinsame Arbeiten in einer Gruppe hinaus. Damit Zusammenarbeit erfolgreich gelingt, orientiert sie sich an fünf zentralen Grundprinzipien:
  • Gemeinsame Verantwortung: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin und sind aufeinander angewiesen.
  • Individueller Beitrag: Jedes Kind übernimmt Verantwortung für seinen Teil der Aufgabe und kann die Ergebnisse nachvollziehbar erklären.
  • Aktiver Austausch: Die Lernenden erhalten Zeit und Gelegenheit, miteinander zu diskutieren, Ideen auszutauschen und voneinander zu lernen.
  • Reflexion und Feedback: Arbeitsprozesse und Ergebnisse werden gemeinsam besprochen und weiterentwickelt.
  • Soziale Kompetenzen: Teamarbeit wird bewusst geübt. Die Kinder lernen, zusammenzuarbeiten, Verantwortung zu übernehmen und konstruktiv miteinander umzugehen.
Durch diese Grundprinzipien entsteht eine Lernkultur, in der alle Beteiligten aktiv zum gemeinsamen Lernerfolg beitragen.
Gemeinsam lernen für die Zukunft
Kooperatives Lernen verbindet fachliches Lernen mit wichtigen überfachlichen Kompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, selbstständig zu denken, Verantwortung zu übernehmen, im Team zusammenzuarbeiten und fundierte Entscheidungen zu treffen. Dabei stärken sie ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und entwickeln die Kompetenz, Informationen kritisch zu hinterfragen und zu bewerten – auch im Umgang mit digitalen Medien und Künstlicher Intelligenz.

So erwerben die Kinder Fähigkeiten, die sie in einer sich wandelnden Welt benötigen: gemeinsam Lösungen entwickeln, verantwortungsvoll handeln und lebenslang lernen. Die häufig eingesetzte Struktur "Denken – Austausch – Vorstellen" sowie zahlreiche methodische Grundlagen gehen auf die Arbeiten des Pädagogen Norm Green zurück.
Erfahren Sie auf den folgenden Seiten, wie kooperatives Lernen in unseren Schulen gelebt und umgesetzt wird.
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